FEUERWEHR
GESCHICHTE
„Nach dem Beschluss der bürgerlichen Kollegien vom 07. März 1886 besteht in der hiesigen Gemeinde nach Maßgabe der Art.14-19 der Landesfeuerlöschordnung und der §21-23 der Vollziehungsverfügung eine Pflichtfeuerwehr.“
„Zum Dienste in der Feuerwehr sind alle männlichen Einwohner zwischen dem 18. und dem 50. Lebensjahr verpflichtet.“
( Auszug der Lokalfeuerlöschordnung der Gemeinde Haslach von 1886-1888)
Die Sollstärke betrug damals 106 Mann (bei knapp 500 Einwohnern) Haslachs erster Kommandant war von 1887-1901 Thomas Seitz. (1901-1905 Willibold Knoll). (1905-1906 Gabriel Maier). (1906-1911 Josef Simma stellv. Kommandant). (1911-1919 Otto Weinles). (1919-1946 Paul Müller). (1946-1948 Alfons Müller). (1948-1950 Erst Simma). (1951-1968 Alois Loritz). (1968-1969 Karl Fakler). (1969-1995 August Langegger). (1995-2008 Josef Ulrich). (2008-2022 Christian Mahle). (ab 2022 Sebastian Keller ).
Im Juni 1888 wurde das Spritzenhaus an der Kreuzung von Mooshauser Straße und Heusteige erbaut, wo heute die Verkehrsinsel bei der Tankstelle ist. Kurz nach dem Bau wurde auch eine vierrädrige Feuerspritze der Fa. Kurtz aus Stuttgart
beschafft. Die Kosten beliefen sich damals auf 1736 Mark, wobei ein Zuschuss von 1000 Mark am 17. Oktober 1888 durch den Oberamtspfleger aus Leutkirch gewährt wurde. Diese Feuerspritze war eine Augenweide, da sie von Spritzenmeister Josef Loritz stets sehr gepflegt war und das Messing immer glänzend poliert glänzte.
Mit dem Abriss des Spritzenhauses in den 50er Jahren wurde auch unsere Spritze
ausgemustert und verschrottet. Nicht etwa, weil sie nach 70 Jahren Dienst kaputt war, sondern weil sie dem Fortschritt weichen musste.
Im Dezember 1932 wurde unter Kommandant Paul Müller die Freiwillige Feuerwehr Haslach gegründet. Somit war die Pflichtfeuerwehr abgelöst. Bis 1933 waren die Feuerwehren selbstständige Vereine mit einer demokratisch gewählten Führung, aber das Jahr 1934 brachte eine Änderung der Statuten mit sich. Wie in allen
Vereinen fand das Führerprinzip der Nationalsozialisten auch bei den Feuerwehren Anwendung.
Am 02.01.1946 bekam Haslach durch einen Erlass der französischen Besatzungsregierung ihre erste Zweitakt-Tragkraftspritze und einen handgezogenen Hänger mit Eisenbereifung der Klöckner-Humbold-Deutz AG Werk Ulm.
Am 03. September 1964 wurde ein neuer Tragkraftspritzenanhänger (TSA) mit
Anhängemaul für einen Traktor beschafft, der bis Anfang der 90er Jahre als zweites Fahrzeug im Einsatz war. Er ist heute noch „voll ausgestattet“ vorhanden.
1970 wurden durch eine kreisweite Ausschreibung für 48 Gemeinden im Kreis Biberach neue Tragkraftspritzenfahrzeuge (TSF) beschafft. Endlich kam Haslach zu einem modernen motorisierten Fahrzeug, das sämtlichen Ausrüstungsgegenstände Platz bot. Im selben Jahr zog die Feuerwehr ins „Alte Schulhaus“ ein. Bis zum Neubau des neuen Feuerwehrhauses 1993/1994 war dort die Feuerwehr untergebracht. Noch im Jahr 1994 wurde der Haslacher Wehr das neue Tragkraftspritzenfahrzeug der Fa. Ziegler übergeben. Seither ist Haslach mit Atemschutzgeräten ausgestattet, das vorher nur den „großen Wehren“ vorbehalten war.
Im Jahr 2022 wurde das Feuerwehrhaus umgebaut, um die geltende Vorschrift von getrenntem Fahrzeugraum und Garderobe gerecht zuwerden, und für das neue Tragkraftspritzenfahrzeug-Wasser (TST-W) der Fa. Ziegler auf einem MAN Fahrgestell ausreichen Platz zu haben.
Es gab in den vielen Jahren der Freiwilligen Feuerwehr Haslach noch vieles zu erzählen, von fröhlichen Stunden nach bestandenen Leistungsabzeichen, oder Übungen, aber auch nachdenklichen Momenten der unzähligen Einsätze und Katastrophen. Das würde diesen kleinen Auszug der Geschichte unserer Wehr sicherlich sprengen.
HASLACH
ÖFFNUNGSZEITEN:
Dienstag 10.00 - 12.00 Uhr
Mittwoch 15.30 – 18.30 Uhr
Freitag 09.00 – 12.00 Uhr