NARRENZUNFT
DIE SAGE UND DAS HÄS
Die Sage
Der Ursprung unserer Sage liegt im dichten Höllwald, der sich direkt hinter Haslach erstreckt. Ein finsterer und zuweilen unheimlicher Forst, der von den Einwohnern beinah liebevoll auch „Höll“ genannt wird.
Warum dieser Wald heute so genannt wird, sollt ihr nun erfahren. Vor langer langer Zeit trug sich dort eine sagenumwobene Geschichte zu.
Es war an einem Freitag den 13. in einer hellen Vollmondnacht, die sogar durch das dichte Gehölz des Waldes brach und mit ihrem unheilvollen Schattenspiel den Wald beleuchtete. Als eine Gruppe Haslacher in den Höllwald loszog. Doch ihr Vorhaben war ganz und gar zwielichtiger Natur.
Man traut es sich kaum auszusprechen, aber die Beschwörung des Teufels war ihr Ziel! Doch warum? Was erhofften sie sich vom Lucifer? Waren es Reichtum und Macht oder nur ein Beweis für ihren Mut? Wir werden es nie erfahren.
Die Gruppe erreichte also kurz vor Mitternacht ihren Zielort, eine mondbeleuchtete Kreuzung mitten im Höllwald. Bewaffnet mit Schaufeln und Pickel, machten sie sich ans Werk. Sie gruben ein tiefes Loch und legten eine Bibel hinein. Die Vorderseite mit dem geprägten Kreuz nach unten, Blickrichtung Hölle.
Warum fragt ihr euch sicher? Eine derartige Provokation würde der Höllenfürst nicht ignorieren können. Mit dem letzten Schlag der Dorfkirche zur mitternächtlichen Stunde, erschien ihnen dann tatsächlich der Leibhaftige, begleitet von Feuer, Schwefel und Rauch.
Bei seinem Anblick erschrak das neugierige Volk beinahe zu Tode, und sie flüchteten in alle Richtungen. Aber das Antlitz des Teufels hatte sich bereits in ihr Gedächtnis gebrannt, wodurch sie im Laufe der Zeit allesamt verrückt, also „narret“ wurden.
Man sollte meinen, diese Bestrafung würde ausreichen. Doch damit nicht genug. Der Teufel hinterließ dem Dorf noch ein schreckliches Geschenk. Ein schwarzes Kalb mit glühenden Augen und feurigem Fell. Der höllische Diener, halb Tier, halb Teufel, trieb noch lange sein Unwesen im Höllwald – und so mancher glaubt, dass es dort auch heute noch umgeht.
Viele Wanderer und Holzmacher berichteten noch von diesem „Fuierbudel“, dem feurigen Teufelskalb. Oft soll es die Fuhrleute des Nachts als unheimlicher, schweigsamer Begleiter verfolgt oder erschreckt haben. Wenn dann die Pferde wieder einmal in Panik gerieten und durchgingen, wusste jeder im Ort, was der Grund dafür gewesen war.
Und so wollen wir euch ermahnen achtsam zu sein, wenn ihr den Höllwald betretet. Gerade in Vollmondnächten – wenn man den Geschichten glauben mag- sah noch so mancher den Fuierbudel umherziehen.
Vitulus - Diabolus
Das Häs der Schwaazen Deifel
Inspiriert wurde es von der obenstehenden Sage und ist deswegen dem Spätmittelalter zuzuordnen. Der Narrenruf Vitulus Diabolus ist Latein, die Sprache der Gelehrten des Mittelalters.
Vitulus bedeutet Kalb – Diabolus bedeutet Teufel
Die Zweideutigkeit erklärt sich am besten anhand der Maske. Vorne das Teufelsgesicht und hinten das Kopf-Fell eines schwarzen Kalbes.
Wie unser Spruch übersetzt schon zeigt, ist unser Häs eine Mischung aus Teufel und Kalb. Die rote Holzmaske zeigt vorne das Teufelsgesicht, während auf der Rückseite der Maske, durch das echte Kalbsfell, das Tierische zum Vorschein kommt. Das durch Stil und Stoff mittelalterlich geprägte Häs, besteht aus einer schwarzen Hose und einer schwarzen Jacke, welche mit Flammen besetzt ist. Am linken Bein befindet sich das Fell einer Pferdefessel, das den Bockfuß des Teufels symbolisiert. Am rechten Fußgelenk wird ein "Gschell" getragen. Glockenschellen waren schon im Mittelalter das Erkennungszeichen der Narren. Am breiten Ledergürtel hängt ein Kuhschwanz, der während des Umzuges gerne für jegliche Narretei benützt wird.
HASLACH
ÖFFNUNGSZEITEN:
Dienstag 10.00 - 12.00 Uhr
Mittwoch 15.30 – 18.30 Uhr
Freitag 09.00 – 12.00 Uhr