BERICHT 84:

Ein Gebet für den Frieden – Erinnerung, Dankbarkeit und Hoffnung


Es war ein besonderer Moment in diesem Jahr in Haslach:


Im Mittelpunkt der 82. Prozession mit der Schutzmantelmadonna stand nicht nur die Erinnerung an das Gelöbnis aus dem Jahr 1945, sondern vor allem der Frieden.


Im Anschluss an die 82. Prozession wurde erstmals ein Friedensgebet am Denkmal abgehalten. Die Idee dazu entstand aus den Reihen der Teilnehmer.

Der Pfarrer begrüßte dieses und hielt am Kriegerdenkmal erstmal nach der Prozession ein Friedensgebet ab, um eine Botschaft für die Gegenwart und Zukunft entstehen zu lassen.

Das Gebet wurde besonders von der anwesenden Soldaten- und Freiwilligen- Kameradschaft begrüßt. Gerade für Menschen, die sich mit der Geschichte, dem Dienst und der Verantwortung für Frieden und Sicherheit auseinandersetzen, hat ein solches Gebet eine besondere Bedeutung.


Erinnern wir uns:

Am Ende des Zweiten Weltkriegs lag Haslach in einer bedrohlichen Lage. Der Ort, der in einem Tal liegt, war links und rechts von Stellungen der Wehrmacht umgeben. Die alliierten Truppen rückten aus Richtung Rot auf Haslach zu. Die Angst vor Kampfhandlungen und Zerstörung war groß.

In ihrer Not wandten sich die Haslacher Bürger an die Schutzmantelmadonna. Sie legten ein Gelöbnis ab: Sollte Haslach von den Kämpfen verschont bleiben, sollte jedes Jahr eine Prozession mit der Schutzmantelmadonna durch den Ort stattfinden.

Und tatsächlich: Die alliierten Truppen zogen nicht durch Haslach. Sie bogen über die Todessteige in Richtung Tannheim ab, und der Ort blieb von den erwarteten Kampfhandlungen verschont.


War es ein Wunder? War es das Verhandlungsgeschick der Haslacher Bürger? Oder war es eine Verbindung aus beidem? Bis heute bleibt diese Frage offen. Sicher ist jedoch, dass die Erinnerung an diese Zeit in Haslach lebendig geblieben ist.


Franz Fakler

Im wilden Süden

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HASLACH

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