1921-1927 · DIE GESCHICHTE VON HASLACH

Am 20. September 1921 wurde für die Opfer des Krieges das erste Kriegerdenkmal errichtet. Die Figur, Jesus der Samariter, wurde 1954 durch die heutige Schutzmantelmadonna ersetzt. Während der zwanziger Jahre herrschte extreme Inflation. So mußten 1923 für die Reparatur unserer Kirchenorgel zweieinhalb Zentner Butter aufgebracht werden, denn Geld war nicht gefragt, da es innerhalb kürzester Zeit die Hälfte seines Wertes verlieren konnte. Am 8. Mai 1924 ist wieder einmal Hochwasser verzeichnet. Im Dezember des gleichen Jahres wurde die Darlehenskasse gegründet, die 1994 als "Raiffeisenbank Haslach eG" ihr 70-jähriges Jubiläum feiern konnte. Was für uns heute alltäglich ist, war am 5. Dezember 1925 ein solch wichtiges Ereignis, daß es in der Chronik erwähnt wird. Das erste Radio, ein Dreiröhrenapparat, wurde im Pfarrhaus aufgestellt. Die Antenne wurde vom Pfarrhaus zur Kirche gezogen.


1926 herrschte ungewöhnliches Wetter: anfangs Januar war es zunächst heiß, danach wieder grimmig kalt. Februar und März brachten Sommerhitze bis zu 25 Grad. Ende März und anfangs April war es wieder kalt, und gegen Ende des Monats schlug das Wetter in eine Regenzeit um. Vom 3. bis 5. Juni 1926 regnete es 56 Stunden ununterbrochen, was unsere Gemeinde schon wieder mit einem Hochwasser zu büßen hatte.


Die wirtschaftliche Lage spitzte sich immer mehr zu. Es wurde darüber geklagt, daß der Staat zu viele Verpflichtungen auf die Gemeinden abschiebe und durch Steuererhöhungen und Geldentwertung die Menschen um den Lohn ihrer Arbeit bringe. Die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse, so hieß es, stehen in keinem Verhältnis mehr zu denen für andere Produkte. Der Pfarrer bemängelte indessen , daß "der sich von der Stadt her ausbreitende Kleiderluxus" unnötige Kosten verursache.


1927 wurde die Wasserversorgung verbessert und die 1888 erbaute Molkerei erneuert, die bis 1970 bestand. Harmenbauer Josef Högerle, der durch einen Unfall das rechte Bein verloren hatte, brachte im Frühjahr 1929 das erste Auto nach Haslach. Es war ein kleiner Opel, der zum Erstaunen der Dorfbewohner über die holperigen Straßen ratterte. Im September folgte ihm Mechanikermeister Christian Loritz mit seinem BMW als zweiter motorisierter Verkehrsteilnehmer. 

Im wilden Süden

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