1931-1934 · DIE GESCHICHTE VON HASLACH
Im April 1931 wurde eine Schwesternstation gegründet. Ordensschwestern vom Kloster Sießen übernahmen die Krankenpflege in der Gemeinde und betreuten die Kleinen im Kindergarten, der am 1. Mai eröffnet wurde.
Am 7. Mai hieß es in Haslach wieder einmal "Land unter". Die Haslach war ein weiteres Mal über die Ufer getreten. Sie riß zwei Brücken mit sich und beschädigte das Rathaus schwer, das damals noch zwischen Dorfbach und Mühlenkanal stand.
Die allgemeine wirtschaftliche Lage war in dieser Zeit trostlos. Die Bauern bekamen für einen Liter Milch gerade noch zehn Pfennige und für ein Kalb höchstens zehn bis fünfzehn Mark. Die Rezession in der Landwirtschaft und die hohe Arbeitslosigkeit führte zu einer allgemeinen Unzufriedenheit in der Bevölkerung.
Gegen Ende des Jahres wurde die Gemeinde zu allem Übel auch noch von Brandstiftern heimgesucht. Am 19. November brannte der Zollerhof vollständig ab. Vier Tage später stand das Anwesen von Alois Fakler im Schöntal in Flammen. Kaum hatte man sich von diesem Schrecken erholt, krähte der rote Hahn auf dem Dach des Stadels von Xaver Wiest in Obermittelried. Diesmal konnte der Täter gefaßt werden. Es war ein 21- jähriger Mann aus Kreuzmühle. Am 14. Dezember wurde der Hof von A. Haim im Hamerz ein Raub der Flammen. Das Anwesen brannte bis auf die Grundmauern nieder. Diese Brände versetzten die Einödbauern verständlicherweise in große Angst. Sie richteten für längere Zeit einen Patroulliendienst ein, und hatten damit offensichtlich Erfolg. Brandkatastrophen blieben fortan aus, und die Haslacher konnten wieder ruhig schlafen.
Ein großer Festtag für die ganze Gemeinde war die Primizfeier des Neupriesters Josef Uhl am 28. März 1932.
1933 wurde Adolf Hitler Reichskanzler, und die NSDAP übernahm die Macht in Deutschland. Dies wirkte sich bis in die kleinsten Dörfer hinein aus. Bürgermeister Blattner und die bisherigen Gemeinderäte wurden einfach abgesetzt und durch linientreue Leute ersetzt. Die Jugendvereine wurden verboten und durch die "Hitlerjugend" und den "Bund deutscher Mädchen" abgelöst. Anna Uhl und Lina Simma führten die Arbeit in der Mädchenjugend weiter, obwohl ihnen dies ausdrücklich verboten worden war.
1934 bekam unsere Kirche das heutige Eingangsportal. Am Schwesternhaus wurde die Krönung Mariens durch ein anderes Marienbild überdeckt. Dieses war auf Blech gemalt und ist sicher vielen Haslachern noch bekannt, da es erst bei der Renovierung des Schwesternhauses 1989 abgenommen wurde.
HASLACH
ÖFFNUNGSZEITEN:
Dienstag 10.00 - 12.00 Uhr
Mittwoch 15.30 – 18.30 Uhr
Freitag 09.00 – 12.00 Uhr