1935-1944 · DIE GESCHICHTE VON HASLACH

Im Mai 1935 wurde Oberlehrer Hirnbein durch einen NSDAP-Anhänger ersetzt, der die Predigten von Pfarrer Traub notierte und den Inhalt an die Parteileitung weitergab. Dem Pfarrer drohte "Schutzhaft". Am 24. Juni verhörten ihn vier Gestapoleute von morgens acht Uhr bis in die späte Nacht hinein. Da die Haslacher die Verhaftung ihres Pfarrers verhindern wollten, versammelte sich eine große Menge vor dem Schwesternhaus. Gegen 10 Uhr abends wurden sie vom Pfarrer aufgefordet heimzugehen. Daraufhin sperrten sie alle Ortszufahrten ab. Pfarrer Traub blieb auf freiem Fuß. Ein weiteres Zeugnis dafür, daß sich viele der Haslacher nicht allzusehr mit den Nationalsozialisten anfreunden konnten, ist die Tatsache, daß trotz des ausdrücklichen Verbots im Garten des Pfarrhauses traditionsgemäß ein Maibaum aufgestellt wurde. Als auch nach einer schriftlichen Aufforderung der Baum nicht gefällt wurde, marschierte die SA von Aitrach, samt politischer Prominenz aus Leutkirch, Wurzach und Stuttgart auf und sägte ihn kurzerhand ab. Der gefällte Baum wurde "aufgebahrt" und erst nach zwei Monaten auf Anordnung des Stationskommandanten entfernt, da er ein Ärgernis für die Kirchgänger darstelle. Das Ende vom Lied war, daß man das Holz als Treppenstufen für den Kirchenweg verwendete, damit, wie der Chronist sich ausdrückt, "seine Hasser ihn dauernd mit Füßen treten können".


1937 wurde die Kirche nach Süden erweitert und das Dach über die Norderweiterung gezogen. Am 1. August kam Bischof Sproll zur feierlichen Altarweihe nach Haslach. Am nächsten Tag wurde zum ersten Mal in unserer Gemeinde die Firmung gespendet.


Trauer und Ratlosigkeit machte sich am 1. September 1939 breit, als mit dem Einmarsch in Polen der zweite Weltkrieg begann. Die ersten Auswirkungen zeigten sich bereits am 19. Oktober, als 103 Flüchtlinge hier eintrafen. Gegen Ende des Jahres waren schon 54 Haslacher zum Kriegsdienst einberufen worden. Viel Leid kam in den nächsten Jahren über die Bevölkerung, denn bereits 1941 waren die ersten Kriegsopfer zu beklagen.


Der 24. Februar 1942 war ein "schwarzer Tag" für viele Haslacher. Die drei größten Glocken aus dem Haslacher Geläute wurden requiriert. Da kein Haslacher dazu zu bewegen war, seinen Schlitten für den Abtransport zur Verfügung zu stellen, wurde die Firma Witzigmann aus Tannnheim beauftragt, die Glocken wegzuführen.


1943 wurde die Ölberg-Grotte vom Friedhof an den Fuß des Kirchbergs verlegt, 1944 dann der Kreuzweg am Kirchenweg hinauf angelegt. In diesem Jahr spürte man in Haslach erstmals direkte Kriegseinwirkungen. Ein deutsches Militärflugzeug streifte am 30. Januar gegen 19.45 Uhr den Hofstetter’schen Hof im Buch und riß den Giebel restlos ab. Die Maschine verlor dabei den rechten Flügel und stürzte auf die Straße. Drei Insassen waren tot, ein vierter kam mit Verletzungen davon. 

Im wilden Süden

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