1955-1975 · DIE GESCHICHTE VON HASLACH
1955 trat die Haslach erneut über die Ufer. Das Betonkorsett hatte den Dorfbach nicht im Zaume halten können. Die Überschwemmung verursachte Schäden in Höhe von 30.000 DM. Zwei Jahre später regulierte man die Haslach nördlich des Dorfes weiter und errichtete unterhalb der Rohrmühle den ersten Staudamm.
Am 15. Mai 1958 ging Pfarrer Traub nach 36jähriger Tätigkeit in Haslach in den Ruhestand. An seine Stelle trat am 26. Februar 1960 Pfarrer Josef Heiß. Eine seiner ersten Amtshandlungen war die Weihe der 53 Zentner schweren St. Josefsglocke.
Nachdem das Frühjahr 1962 recht kalt und unfreundlich war, schneite es am 1. Juni in die blühenden Obstbäume. Lange scheint dieses ungemütliche Wetter jedoch nicht angehalten zu haben, denn am 18. Juni ertrank der 24jährige Gastarbeiter Josef Haberl aus Tirol beim Baden in der Iller. Im darauffolgenden Winter schneite es tagelang, und der Schnee lag bis zu 1,80 Meter hoch. Das Thermometer fiel auf -30 Grad. Viele Wasserleitungen froren ein und tauten erst Mitte Mai wieder auf.
1963 erwarb die Gemeinde von Anton und Josefa Musch ein 12 Morgen großes Grundstück für ein neues Schul- und Sportgelände. Bereits am 11. August konnte der Sportplatz eingeweiht werden. Nach der kirchlichen Weihe wurden die ersten Spiele auf dem neuen Platz ausgetragen. Die neue Schule wurde am 22. August 1964 eingeweiht. Schulleiter Schilling sprach voller Freude über den gelungenen Bau von einem "Haus an der Sonne", das Kindern und Lehrern in den großen, hellen Räumen optimale Arbeitsbedingungen biete. Bischof Nelson von Stockholm, ein Freund von Pfarrer Heiß aus seiner Emigrationszeit, nahm die kirchliche Weihe vor.
Eine Hochwasserkatastrophe bisher noch nie erlebten Ausmaßes suchte Haslach am 17. August 1969 heim. Nach wolkenbruchartigen Regenfällen im Raum Treherz/Steinental wälzten sich ungeheure Wassermassen durch das südliche Haslachtal. Sie überfluteten Keller und Wohnstuben und richteten im Dorf großen Schaden an. Bis zu einem Meter Höhe strömte das Wasser durch die Ortsstraße und verwandelte diese in einen reißenden Bach. Der Damm zwischen Rohr- und Kreuzmühle konnte diesen Gewalten nicht mehr standhalten und brach in einer Breite von etwa 30 Metern in sich zusammen. Die Wassermassen stürzten mit voller Wucht dem nahegelegenen Rot zu und setzten dort ihre Zerstörungen fort. Die Reste des Stauwehrs wurden Mitte der achtziger Jahre gesprengt, und der im Jahre 1993 fertiggestellte Radweg von Haslach nach Rot führt kurz nach der neuen Holzbrücke durch diese Lücke. Auch das Jahr 1970 war wieder von einer ähnlich schweren Hochwasser-Katastrophe gekennzeichnet und Abhilfe in Sachen Hochwasser brachte erst der Bau des Staudammes beim Zusammenfluß von Schmiddis- und Rappenbach südlich von Haslach. Die Bauzeit betrug etwa 2 Jahre. Mit dem Rückhaltebecken ist nicht nur ein wirksamer Hochwasserschutz geschaffen worden, sondern für die Menschen der Umgebung auch ein wunderschöner Badesee in einer landschaftlich herrlichen Lage entstanden.
1974/75 wurde der neue Kindergarten bei der Schule erstellt. Die hellen Räume der großzügig angelegten Einrichtung, bieten viel bessere Möglichkeiten für eine zeitgemäße Förderung der Kleinen, als die beengten Räume des bisherigen Kindergartens im alten Schwesternhaus.
HASLACH
ÖFFNUNGSZEITEN:
Dienstag 10.00 - 12.00 Uhr
Mittwoch 15.30 – 18.30 Uhr
Freitag 09.00 – 12.00 Uhr